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Amazon-Robotics-Forscher Joey Durham: “Die Amazon Picking Challenge soll den Wissenstransfer anregen und Problemlösungen vorantreiben“

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joseph_durhamJoey Durham ist bei „Amazon Robotics“ Manager & Research Scientist und forscht dort im Bereich Robotertechnologie. Das Unternehmen ist Teil des Amazon-Konzerns und hat seinen Sitz außerhalb von Boston im US-Bundesstaat Massachussetts. Es entwickelt und produziert die Roboter, die in den Amazon-Logistikzentren eingesetzt werden. Bereits zum zweiten Mal veranstaltet Amazon Robotics die Amazon Picking Challenge. In dem internationalen Innovationswettbewerb stellen Forschungsteams die Fähigkeiten ihrer selbst konstruierten Roboter für die Logistik unter Beweis. Wir haben Joey dazu befragt.

Joey, wie lange arbeitest du schon für Amazon?

Ich habe vor fast fünf Jahren bei Amazon Robotics angefangen und arbeite seitdem an Robotern.

Was hast du vor deiner Zeit bei Amazon gemacht?

Ich habe vorher an meiner Doktorarbeit gearbeitet, die sich auf Algorithmen für Roboterteams konzentrierte. Ich war während dieser Zeit deshalb sehr war stark in die Koordinierung der Algorithmen für Roboterteams involviert und hatte einige Konferenzen besucht, auf denen Leute von Kiva Systems (Anm.: 2012 übernahm Amazon das Unternehmen „Kiva Robotics“) Vorträge hielten. Die Arbeit mit mobilen Robotern ist unglaublich spannend. Und ich habe die Gelegenheit zu sehen, wie sich meine Arbeit jeden Tag auf Millionen Kunden auswirkt.

Was machst du genau bei Amazon Robotics?

Ich leite das Team, das die Algorithmen bei Amazon Robotics erforscht. Wir entwickeln neue Methoden für die Zuteilung und die Planung von Aufgaben für die Tausende von Robotern in einem Logistikzentrum. Wir machen uns aber auch Gedanken darüber, wie Logistik der Zukunft aussehen könnte.

Warum habt ihr die Amazon Picking Challenge ins Leben gerufen?

Weil uns Innovationen begeistern! Mit dem Wettbewerb möchten wir die Verbindungen zwischen den industriellen und wissenschaftlichen Forschungswelten für Robotik stärken, um den Wissenstransfer über einige der großen Probleme unstrukturierter Automatisierung zu fördern und gemeinsame Lösungen voranzutreiben.

Im vergangenen Jahr gab es bereits eine Amazon Picking Challenge: Welche Erfahrungen habt ihr daraus mitgenommen?

Die erste Amazon Picking Challenge, die letztes Jahr in Seattle stattfand, war ein großer Erfolg. Die Kreativität und Innovationskraft der Hochschulteams und ihrer Nachwuchs-Techniker und –Ingenieure hat uns beeindruckt. Die Veranstaltung hat aber auch gezeigt, dass Robotermanipulationen eine große Herausforderung sind, sogar für technisch hoch versierte Teams. Es gibt hier in dem weitläufigen Bereich der Forschung und Entwicklung noch viel zu tun.

Picking Challenge 4

Das deutsche Team „Robotics & Biology Lab“ von der Technischen Universität Berlin war im letzten Jahr Gewinner der Amazon Picking Challenge.

Warum findet die Amazon Picking Challenge in diesem Jahr in Leipzig statt?

In diesem Jahr finden die jährlichen RoboCup Weltmeisterschaften in Leipzig statt und wir freuen uns sehr, die Amazon Picking Challenge im Rahmen dieses international bedeutenden Technologieevents auszurichten.

Wie bist du mit dem bisherigen Verlauf für den Wettbewerb zufrieden?

Wir haben sehr viele positive und begeisterte Reaktionen erhalten. Aus den vielen hervorragenden Bewerbungen haben wir mittlerweile die 16 Finalisten für die Picking Challenge ausgewählt. Die Teams kommen von Top-Universitäten, teilweise sind es auch akademische und industrielle Partnerschaften oder Robotik-Startup-Unternehmen.

Welche Aufgaben müssen die Roboter dieses Mal erledigen?

In diesem Jahr müssen die Wissenschaftsteams mit ihren Robotern zwei Herausforderungen lösen, wie es sie auch in der realen Welt gibt. Die erste Aufgabe verlangt von den Robotern, dass sie Produkte aus einem Regal holen und in einen Behälter legen. Bei der zweiten Aufgabe geht es um den umgekehrten Prozess. Die Roboter müssen Gegenstände aus einem Behälter entnehmen und in einem Regal einlagern.

Was gibt es für die Teams zu gewinnen?

Wir haben Preisgelder im Wert von 80.000 US-Dollar.

Was erwartest du für die diesjährige Amazon Picking Challenge in Leipzig?

Unsere erste Amazon Picking Challenge brachte Forscher aus der ganzen Welt zusammen und stellte sie vor eine gemeinsame Herausforderung. Sie gab den Anstoß zu Gesprächen und zum Ideenaustausch zwischen den Teams. Wir hoffen, dass die Challenge 2016 diesen Trend fortführt.

Wie sieht dein Traum für die Zukunft der Robotik aus?

Roboter werden in Zukunft mit Sicherheit eine spannende Rolle spielen. Ich wünsche mir, dass wir die zukünftigen Ingenieure und Techniker von morgen zu neuen Erfindungen inspirieren können.