„Die Arbeit früher war ohne Scanner viel umständlicher“

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Yvonne Otterbein berichtet über Stowen und Picken anno dazumal und heute.

Yvonne Otterbein berichtet über Stowen und Picken anno dazumal und heute.

Yvonne Otterbein arbeitet seit 16 Jahren bei Amazon in Bad Hersfeld und weiß viel über die Arbeit im Logistikzentrum. Die 55-Jährige arbeitet heute als Pickerin und entnimmt die Artikel für die Bestellungen aus dem Warenlager. Sie war dabei, als das erste Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld im Jahr 1999 den Betrieb aufnahm. „Die Arbeit war viel umständlicher“, erinnert sich Yvonne: Abhaken statt Scannen, Papierlisten statt elektronischer Erfassungsgeräte. Yvonne kennt die Unterschiede und hat uns von ihren Erfahrungen berichtet.

Yvonne, du arbeitest seit 16 Jahren bei Amazon und hast die Anfänge erlebt: Wie bist du zu Amazon gekommen und wie hast du diese erste Zeit erlebt?

Ich habe im Oktober 1999 bei Amazon angefangen, vorher war ich Feinwerkerin und Reinigungskraft bei großen Unternehmen. Weil wir die ersten Mitarbeiter in Bad Hersfeld waren, konnten wir aussuchen, in welchem Bereich wir gerne arbeiten wollten. Ich habe mir das sogenannte „Large Pack“ ausgesucht. Dabei ging es nicht etwa um das Verpacken großer Artikel, wie man denken könnte, sondern um mehrere Artikel je Kunde. Die Anfangszeit war schon etwas Besonderes und Amazon noch relativ unbekannt in Deutschland. Wir waren wie eine kleine Familie. Bis heute duzen sich alle Mitarbeiter, vom Standortleiter bis zu den Aushilfen, die uns im Weihnachtsgeschäft unterstützen.

Gab es damals schon Scanner in den Amazon-Logistikzentren?

Die Scanner gab es damals nicht in allen Bereichen. Teilweise wurde noch mit Papierlisten und Bleistift gearbeitet. Das heißt, man hatte beispielsweise für das Picken eine mehrseitige Liste, in der die Artikelbezeichnungen und Nummern sowie der entsprechende Lagerplatz vermerkt waren. Mit dem Bleistift hat man dann die Waren abgestrichen, die man gepickt hatte. Dafür hätte ich mir manchmal gerne drei Hände gewünscht: Eine für die Listen, die zweite für den Bleistift und die dritte für die Artikel! Die Arbeitsschritte waren umständlicher, alles hat länger gedauert. Für Bestellungen mit Einzelartikeln gab es beispielsweise keine Picklisten, sondern man hatte nur die Kundenrechnung. Und wenn ein Artikel nicht im angegebenen Regalfach war, haben wir das handschriftlich mit dem Bleistift auf den Listen vermerkt. Andere Kollegen mussten sich dann darum kümmern und dafür sorgen, dass die Bestellung ausgeführt werden konnte.

 Wie empfindest du die Arbeit heute mit dem Handscanner?

Die Arbeit macht mir nach wie vor Spaß. Der Scanner macht heute die Arbeit leichter, es ist schon besser als früher. Ich arbeite ja derzeit als Pickerin und war auch schon als Co-Workerin/Instructor eingesetzt. Das heißt, ich lernte neue Kollegen ein. Und auch die Einarbeitung geht heute viel schneller, was gerade in der Weihnachtszeit mit den vielen neuen Kollegen wichtig ist. Statt auf den Listen zeigt nun der Scanner die Arbeitsaufträge an. Die Arbeit ist sehr gut zu schaffen und ich bin ganz froh, dass ich mich dabei bewegen kann. Sonst würde ich das nicht machen: Ein Bürojob und den ganzen Tag vor dem PC sitzen wäre nichts für mich.

Das Interview ist im Original in der Amazon Mitarbeiterzeitschrift A-Z Ausgabe Dezember 2015 erschienen.