Auszeichnung für Amazon Rheinberg für die Eingliederung von 50 plus Beschäftigen

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Auszeichnung für Amazon Rheinberg als Unternehmen mit Weitblick. Foto: Akademie Klausenhof

Auszeichnung für Amazon Rheinberg als Unternehmen mit Weitblick. Foto: Akademie Klausenhof

Amazon Rheinberg wurde für die Beschäftigung von älteren Mitarbeitern von INISS (Initiative Niederrhein Innovation Senior Services) als „Unternehmen mit Weitblick im Kreis Wesel 2014“ausgezeichnet. INISS ist ein Projekt der Arbeitsagentur Wesel zusammen mit Verbänden wie der Arbeiterwohlfahrt oder der Caritas, das älteren Langzeitarbeitslosen die Wiedereingliederung in den Job erleichtern soll. Innerhalb des Programms werden Unternehmen ausgezeichnet, die ältere Bewerber einstellen und damit auf eine demografisch ausgewogene Belegschaft setzen. Wir haben dazu mit Sandra Buddecke gesprochen, die sich bei Amazon in Rheinberg um Neueinstellungen kümmert und zusammen mit Petra Ringhofer, Personalleiterin am Standort Rheinberg, die Auszeichnung entgegengenommen hat.

Sandra, seit wann bist Du bei Amazon in Rheinberg und was sind Deine Aufgaben?

Ich bin seit Oktober vergangenen Jahres im Logistikzentrum Rheinberg und kümmere mich um das „Recruiting“ – so nennen wir das bei Amazon. Das bedeutet, dass ich mich um die Neueinstellungen kümmere, also um die Auswahl geeigneter Bewerber, Vorstellungsgespräche, um die Zusammenarbeit mit den Jobagenturen und vieles mehr.

Vor kurzem wurde Amazon Rheinberg als „Unternehmen mit Weitblick im Kreis Wesel“ ausgezeichnet, weil ihr auch viele ältere Mitarbeiter in der Logistik beschäftigt. Kannst Du uns darüber etwas mehr darüber sagen?

Hier bei Amazon in Rheinberg haben wir rund 2.000 Vollzeitbeschäftigte, davon sind rund 17 Prozent über 50 Jahre alt. Wir stellen gezielt auch ältere Mitarbeiter ein und machen damit sehr gute Erfahrungen. Zum einen wissen Menschen im mittleren Alter meistens sehr genau, was sie wollen und sind sehr motiviert bei ihren Aufgaben. Zum anderen sorgen sie mit ihrer Lebenserfahrung und ihrer Einstellung auch für ein ausgewogenes Betriebsklima. Uns ist es wichtig, dass jüngere Mitarbeiter von den älteren lernen – und auch umgekehrt.

Sandra Buddecke (li.) und Petra Ringhofer (re.) von Amazon Rheinberg haben den Preis entgegengenommen. Akademie Klausenhof.

Sandra Buddecke (li.) hat mit der Personalleiterin von Amazon Rheinberg, Petra Ringhofer (re.), den Preis entgegengenommen. Foto: Akademie Klausenhof.

Über 50-jährige Mitarbeiter bringen also mehr Lebenserfahrung mit. Warum haben es Ältere trotzdem Deiner Meinung nach so schwer auf dem Arbeitsmarkt?

Das häufigste Vorurteil ist, dass ältere Beschäftigte nicht mehr so leistungsfähig sind und oft körperlich eingeschränkt sind. Das können wir aber nicht bestätigen. Die Menschen, die sich bei uns bewerben, haben die unterschiedlichsten Hintergründe und Lebensläufe. Kürzlich hatte ich beispielsweise ein Gespräch mit einer etwas älteren Bewerberin, die eigentlich gelernte Bürokauffrau war. Nachdem die Kinder erwachsen waren, wollte sie wieder in ihrem alten Job arbeiten, das hat aber nicht geklappt. Sie sei zu alt und es fehle an Berufserfahrung, hat sie oft gehört. Sie hatte bislang überhaupt keine Chance bekommen zu zeigen, wie leistungsfähig sie ist.

Welche Einstellungskriterien gibt es denn in den Amazon Logistikzentrum? Auf was achtest Du, wenn sich Menschen über 50 Jahre bewerben?

Zunächst sollte man sich bei der Bewerbung schon etwas Mühe geben, also eine vollständige Bewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf und eventuellen Zeugnissen abliefern. Das Wichtigste ist uns die Motivation und dass wir merken, da möchte jemand wirklich gerne arbeiten und sich ehrlich beweisen.
Was ist mit älteren Mitarbeitern, die tatsächlich eine körperliche Einschränkung haben? Wie stehen hier die Jobchancen?

Auch mit körperlichen Einschränkungen hat man bei uns eine Chance. Wir bemühen uns, die Mitarbeiter entsprechend ihrer körperlichen Eignungen einzusetzen. Meistens finden wir eine Lösung. Hat ein Mitarbeiter beispielsweise Probleme mit längerem Stehen oder Laufen, bieten wir sitzende Tätigkeiten an. Wir beschäftigen in den Logistikzentren auch schwerbehinderte oder gehörlose Menschen und arbeiten hier eng mit den Integrationsbehörden und Arbeitsagenturen zusammen.

Welche gesundheitsfördernden Maßnahmen gibt es bei Amazon und welche Möglichkeiten hat man, sich auch als über 50-Jähriger weiter zu qualifizieren?

Wir haben Gesundheitstage, bieten außerdem beispielsweise Mobilisationskurse und informieren über Leistungen der Berufsgenossenschaft. Mit dem TÜV Rheinland haben wir ein Modell entwickelt, die Ergonomie am Arbeitsplatz kontinuierlich zu verbessern. Außerdem gibt es regelmäßige Besuche eines Physiotherapeuten, Arbeitstechniktraining oder wöchentlich kostenloses Obst.

Auch in Sachen Aus- und Weiterbildung gibt es Angebote. Für jeden Mitarbeiter steht unser „Career Choice Programm“ offen, bei dem Amazon 95 Prozent der Ausbildungskosten trägt. Wir fördern damit die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter ganz unabhängig davon, ob sie einen Logistikbezug haben oder nicht.
Was ist Deiner Meinung nach wichtig, um ältere Mitarbeiter im Arbeitsalltag zu integrieren?

Ich denke, das Wichtigste ist es, jedem Mitarbeiter, egal ob alt oder jung, mit Respekt zu begegnen und ihn entsprechend seiner Fähigkeiten und Neigungen einzusetzen. Bei uns hat jeder die Chance, sich beruflich zu entwickeln, das hat nichts mit dem Alter, sondern lediglich mit dem Einsatz und den Leistungen zu tun.

Hier berichtet INISS über die Auszeichnung an Amazon Rheinberg.

Weitere Informationen gibt es im Amazon Jobportal.

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